Jubiläumsticker


30 Jahre Arche Noah Teneriffa e. V.

2022 ist unser Jubiläumsjahr! Die Arche Noah ist nun schon seit 30 Jahren für die vielen Hunde und Katzen Teneriffas im Einsatz. Wir laden Sie ein, uns auf unserer kleinen Reise durch die letzten drei Jahrzehnte zu begleiten. In diesem Jubiläumsticker picken wir uns für jedes Arche-Jahr eine Geschichte heraus und erzählen diese neu. Jede Woche kommt ein weiteres Jahr hinzu. Wir freuen uns sehr darauf, mit Ihnen gemeinsam unsere Geschichte so noch einmal zu durchleben und Revue passieren zu lassen. Viel Spaß dabei!

Jubiläumsticker:
Die Jahre 1990 – 2012!


2012

Die kleine Katze Nana wurde 2012 in Taganana gefunden. Eines ihrer Augen war komplett verklebt. Wir konnten es mit antibiotischer Salbe glücklicherweise retten, das andere Auge musste direkt entfernt werden. Außerdem war die kleine Maus angeschossen worden und hatte eine Kugel im Bauchraum, die bei der Kastration entfernt wurde. Sie blieb nur 2 Monate bei uns und wurde dann bei einem unserer Kooperationspartner in Deutschland, der Wellness-Katzenpension Marhöfer in Mannheim, untergebracht und von dort vermittelt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Familie Marhöfer für die jahrelange Unterstützung und gute Zusammenarbeit!

2011

Auch Lisa, die im stolzen Alter von 13 Jahren zu uns ins Tierheim kam, ist einer der vielen Podencos, die jedes Jahr in den Wäldern Teneriffas gefunden werden. Meist setzen die Jäger sie dort aus, wenn sie für die Jagd nicht mehr taugen, und müssen  dann täglich ums nackte Überleben kämpfen, denn Futter ist rar.
Lisa war mehr tot als lebendig, als sie zu uns kam. Sie lag tagelang nur in der Box und hatte keine Kraft, aufzustehen. Wir stellten ihr Futter und viele Leckereien hin, damit sie schnell zunehmen und somit kräftiger werden konnte. Als sie dann eines morgens schwanzwedelnd an der Tür stand, um uns zu begrüßen, standen uns allen die Tränen in den Augen!
Lisa blieb vier Jahre bei uns im Tierheim und kämpfte sich durch die harte Filariabehandlung und mehrere Operationen. Sie war eine echte Kämpferin und verstarb mit 17 Jahren an Altersschwäche!

2010

Die Arche-Gründerin Ute erzählt die Geschichte von Stromer, der 2010 zu uns kam: „Bei Elses Rückkehr von der Fütterungstour in den Bergen sah sie einen wahnsinnig verfilzten Hund an der Straße entlanglaufen. Sie hielt an, der Hund blieb stehen und sah zu ihr herüber. Sein hinteres linkes Bein war seltsam verdreht und es machte ihm Mühe, zu laufen. Schnell öffnete Else Würstchen und Leberwurst und hielt beides in den Wind, damit er es erschnuppern konnte. Die Dämmerung war schon angebrochen und es würde bald dunkel werden. Else richtete alles, was sie dabei hatte, an einer kleinen Mauer an: Thunfisch, Leberwurst, Würstchen und Katzenfutter. Dann setzte sie sich auf den Boden und wartete. Es wurde immer dunkler, der Hund war nur noch schwach auf der anderen Straßenseite zu erkennen. Else redete ganz leise mit ihm. Plötzlich setzte er sich in Bewegung und folgte dem guten Duft der ausgelegten Leckereien. Ganz ruhig fing er an zu fressen, sah immer wieder zu Else rüber und folgte dann der Leberwurstspur zu ihr. Sie bot ihm die Leberwurst mit der Hand an und er schleckte zufrieden und hungrig ihre Finger ab. Es gelang ihr, den Hund mit einer Hand zu füttern und mit der anderen Hand langsam an sein Schnäuzchen und seinen Hals zu greifen. Er ließ es sich gefallen und so konnte Else ihm die vorbereitete Leine langsam um den Hals legen und ihn dann ganz ruhig auf den Arm nehmen. Er ließ sich ins Auto setzen und guckte etwas erstaunt, was mit ihm wohl passierte. Die ganze Anspannung fiel von Else ab und sie war nur dankbar, den kleinen Kerl im Auto zu haben. Sein Fell war in einem schrecklichen Zustand. Auf dem Rücken, an den Ohren und an den Beinen hingen lange Filzmatten herunter. Nachdem wir ihn noch am gleichen Abend von seinem verfilzten Fell befreit hatten (fast 1 Kilogramm Filz!), konnte Stromer auch seine Beinchen wieder richtig bewegen und er genoss es sichtlich, wieder normal laufen zu können.“

2009

Unser Tierheim wuchs und wuchs, ständig bauten oder erneuerten wir Zäune, Mauern, ganze Gebäude oder Freiläufe. Es gab immer etwas zu tun für unsere fleißigen Handwerker. So entstand in diesem Jahr u.a. ein neuer Katzenfreilauf auf unserem ehemaligen Wäschedach und das bestehende Holzhaus wurde von Schimmel befreit.
Glücklicherweise waren auch wieder einige ehrenamtliche HelferInnen da, die sich sehr liebevoll und engagiert um unsere Tiere kümmerten. Viele von ihnen sind noch heute aktive Mitglieder in unserem Verein und wir sind sehr dankbar, dass sie uns über all die Jahre treu geblieben sind.

2008

Erinnern Sie sich noch an die Hunde aus den Verschlägen, die wir im Jahr 2006 zu uns holten? 2008 konnten wir nochmals 23 Hunde aus diesem Elend befreien und aus dieser furchtbaren Haltung retten. Genau wie ihre Leidensgenossen von damals verbrachten auch viele dieser Hunde, bspw. Pavel oder Piero, ihr ganzes Leben bei uns im Tierheim, weil sie zu scheu, schüchtern und ängstlich waren und so nicht vermittelt werden konnten. Natürlich kann ein Tierheim nie ein richtiges Zuhause ersetzen, aber nach den Verschlägen war die Arche für sie wohl das Paradies auf Erden.

Pavel und Piero bei uns im Tierheim  – sie verstarben 2019 bzw. 2020


2007

Über einen ganz besonderen Hund aus dem Jahr 2007 berichtet unsere ehemalige Mitarbeiterin Sonia: „Ich möchte Euch von Gusano, dem „schönsten hässlichsten Hund“, erzählen. Hier kommt seine Geschichte: Während der Fütterung einiger Wildkatzen in den Bergen stand auf einmal ein sehr abgemagerter Hund vor mir. Er war nur noch Haut und Knochen und stank erbärmlich. Er trug eine große, schwere Kette um den Hals. Durch die schwere der Kette hing sein Kopf ziemlich tief, denn er war einfach zu schwach, um dieses Gewicht zu halten. Gusano war ein großer Hund mit furchtbar vielen Wunden am ganzen Körper. Er hatte ganz große, traurige Kulleraugen und war lammfromm. Ich lockte ihn mit Katzenfutter und führte ihn vorsichtig zum Auto. Auf der Finca sah ich dann, dass die Wunden voller Maden waren. So kamen wir schließlich auf seinen Namen, denn Gusano bedeutet auf Deutsch „Wurm“. Zum Glück nahm er bald an Gewicht zu und seine schlimmen Wunden heilten gut. Er war so ein lieber und friedlicher Hund! Wir kürten ihn zum „schönsten hässlichsten Hund der Finca“ – er erinnerte uns irgendwie an Oskar aus der Mülltonne von der Sesamstraße. Wie so viele seiner Hundefreunde flog auch er irgendwann nach Deutschland und verbrachte dort noch einige glückliche Jahre bei seiner neuen Familie.“

2006

Im Jahr 2006 wurden wir auf eine ganz schreckliche Hundehaltung aufmerksam. Privatleute in San Miguel hielten auf ihrem Grundstück mehrere Dutzend Hunde. Die Tiere waren in notdürftig gemauerten, winzigen Verschlägen untergebracht – es stank grauenhaft. Wie uns die Besitzer erzählten, kamen die Hunde bereits im Welpenalter in diese Hölle. Sie hatten danach keinerlei menschlichen Kontakt mehr, denn es gab keine Türen in den Verschlägen! Futter und Wasser wurden über die Mauer hineingekippt. Die Hunde saßen in ihrem eigenen Kot und Urin. Fauliges, stinkendes Wasser stand in verdreckten Behältern. Rüden und Weibchen waren gemischt, die Tiere gingen ständig aufeinander los. Überall lagen tote Ratten. Viele der Welpen, die dort zur Welt kamen, wurden von Ratten gefressen oder starben in der schwarzen Kloake.
Wir mussten dringend handeln! An Ostern 2006 konnten wir 15 Hunde aus den Verschlägen befreien, mehr leider nicht. Denn die Familie war nicht bereit, weitere Hunde abzugeben. So mussten wir die restlichen Tiere in dieser schrecklichen Haltung zurücklassen. Es brach uns schier das Herz! Leider konnte auch das spanische Gesetz hier nicht helfen, denn solange Tiere Futter, Wasser und ein Dach über dem Kopf haben, gibt es keinen Grund für Behörden, einzuschreiten.
Die fünfzehn geretteten Hunde bekamen alle Namen mit S, bspw. Schaani, Selma oder Sidon. Die meisten von ihnen blieben ihr Leben lang bei uns im Tierheim, denn sie waren einfach nicht vermittelbar. Ihre Angst vor Menschen war so wahnsinnig groß, dass sie auch nach vielen Jahren bei der Arche kein Vertrauen zu uns aufbauen konnten. Es war wahnsinnig schwer für unser Team, das mitanzusehen. Dennoch taten wir alles Menschenmögliche, diesen armen Seelchen ein Leben mit Wertschätzung, Liebe und in artgerechter Haltung zu ermöglichen.

2005

Im Jahr 2005 befreiten wir 50 Hunde aus einem verlassenen Tierheim! Die Betreiber hatten sich aus dem Staub gemacht und die Tiere einfach zurückgelassen. Wir mussten schnell handeln, sonst wären die Hunde verhungert. So befreiten wir an einem einzigen Tag 50 Tiere aus unzähligen Zwingern und Käfigen und brachten die ganze Bande zu uns. Das war eine kleine logistische Meisterleistung von unserem Team, denn so eine Menge Tiere bringt man nicht mal eben irgendwo unter.
Bei uns angekommen stürzten sie sich natürlich erst einmal aufs Futter. Außerdem durften sie sich endlich halbwegs frei bewegen. Das war für viele der Hunde völliges Neuland. Wir konnten sie glücklicherweise alle nach und nach in ein besseres Leben nach Deutschland vermitteln und freuten uns, wann immer wir ein Lebenszeichen von ihnen bzw. ihren Besitzern bekamen.

2004

Auch die ein oder andere Katze muss es natürlich in unseren Rückblick schaffen. Wir finden, Abriguita hat es verdient, denn sie lebte ihr ganzes Leben lang – insgesamt 12 Jahre – bei uns auf der Finca. Sie kam als eine der vielen Katzen zu uns, die auf Teneriffas Straßen unerwünscht waren und oft verjagt wurden. So entstand ihre Scheu vor Menschen, die sie leider niemals ablegte. Sie wollte mit uns so wenig wie möglich zu tun haben. Nie ließ sie sich anfassen oder streicheln. Jede Impfung oder medizinische Behandlung war ein Kampf, denn bis man sie eingefangen hatte, konnte es schon mal etwas länger dauern.

2002/2003

Wenn man die alten Bilder durchforstet und nach Geschichten aus den vergangenen Jahrzehnten sucht, scheinen die Jahre 2002 und 2003 eher ruhige Jahre gewesen zu sein. Aber der Schein trügt. Es wurde fleißig gebaut. So entstanden nach und nach mehrere Freiläufe direkt neben dem Welpengehege und Hundehaus.

2001

Die Finca platzte allmählich aus allen Nähten. Jedes freie Plätzchen wurde genutzt, um weitere Tiere unterzubringen, die in Not waren und dringend Hilfe benötigten. So schlief Ute irgendwann ganz selbstverständlich mit einem Dutzend Katzen im Bett. Auch der ein oder andere Hund verirrte sich immer wieder in ihr Schlafzimmer und war jederzeit willkommen.
Da es im inzwischen gebauten Katzenhaus auch keinen Platz mehr gab, wurde schließlich ein Holzhaus im Garten aufgebaut. Ein festes Haus hätte das Budget gesprengt und viel zu lange gedauert, aber das Holzhaus war glücklicherweise innerhalb kürzester Zeit aufgebaut und bot weiteren Samtpfoten Unterschlupf. Und so wuchs das Tierheim Stück für Stück immer weiter.

2000

Auch das Jahr 2000 war geprägt von schrecklichen Tierschicksalen. Eines davon war Pointerhündin Santa, die völlig abgemagert vor unserem Tierheim an einem Strommast angebunden wurde. Sie war nur noch Haut und Knochen, konnte sich kaum auf den Beinen halten und brach immer wieder zusammen. Selbst zum Fressen oder Trinken war sie zu schwach. Welcher Mensch lässt ein Tier fast verhungern?
Ute, die Mitarbeiter und Tierärzte versuchten alles in ihrer Macht Stehende, um ihr zu helfen. Doch Santa wollte nur eins: Nähe, ganz viel Nähe und Wärme. Ihr Lieblingsplatz war Utes Bett. Dort lag sie einfach nur da, zugedeckt, warm und umarmt. Doch leider hatte Santa keine Chance. Sie war einfach zu lange ohne Nahrung und Trinkwasser gewesen und musste schließlich wegen Nierenversagen eingeschläfert werden. An diesem Tag wurde sehr viel geweint!

1998/1999

Die Jahre vergingen wahnsinnig schnell. Ute und ihr kleines Team arbeiteten Tag und Nacht, um all die Tiere aufzunehmen und zu versorgen, die krank, ausgesetzt, misshandelt oder einfach sich selbst überlassen wurden. Eine dieser armen Kreaturen war Pasqua. Was wohl in einem Hund vorgeht, der 10 Jahre lang in einem Verschlag gehalten wird? Leider konnte sie uns nicht erzählen, wie sie leben musste, aber ihr Aussehen bei ihrer Ankunft sprach Bände. Wir hatten in den letzten Jahren schon viel Elend auf der Insel gesehen, aber Pasquas Anblick machte uns doch fassungslos. Es war ihr großes Glück, dass unser damaliger Mitarbeiter José sie aus dem Verschlag befreien konnte.
Ihr Fell hing in langen Filzknäulen von ihr herab, sie konnte sich kaum rühren. Unter all dem Filz war ihr Körper nur zu erahnen. Und sie stank ganz fürchterlich, die arme kleine Maus! Pasqua wurde zum Glück schnell adoptiert und durfte noch im gleichen Jahr nach Deutschland ausfliegen, in ein liebevolles Zuhause, um dort ihren Lebensabend zu verbringen.

1997

Ein Finca-Bewohner ist unvergessen, deswegen widmen wir ihm ein ganzes Jahr: Cocker-Spaniel Mr. Bongards! Er kam mit drei Jahren zu uns ins Tierheim und verstarb mit stolzen 16 in unseren Armen. Bongi war ein absolutes Unikat, immer etwas grummelig unterwegs und ein sehr unterhaltsamer Mitbewohner! Er liebte Tomaten und klaute gerne alles, was so herumlag. Und was er mal im Maul hatte, gab er nicht mehr her. Davon konnte Ute, die starke Raucherin war, ein Lied singen, als er ihr bspw. das Feuerzeug klaute und es einfach nicht mehr hergab. Als er starb, brachen unzählige Herzen im Tierheim, sowohl menschliche als auch tierische.

1996

Dieses Foto von Ute und der Schäferhündin Roxy bleibt uns besonders in Erinnerung. Viele Wochen fährt Ute täglich in die Berge im Norden der Insel, um zwei Hündinnen einzufangen. Bei Wind und Wetter sitzt sie dort, wartet auf die zwei, stellt Futter und Wasser hin und hofft, die scheuen Vierbeiner zu fassen zu kriegen. Erst mit einem untergemischten Beruhigungsmittel ist es Ute schließlich möglich, zumindest einen der beiden Hunde einzufangen. Sie tauft ihn auf den Namen Roxy. Der zweite Hund lässt sich auch nach weiteren Versuchen nicht anfassen, sodass er irgendwann schweren Herzens zurückgelassen werden muss. Zu viele andere Notfälle warten auf uns.

1994/1995

Familie Lobüscher ist auf der Suche nach einem Grundstück, um darauf ein Tierheim zu errichten. Die bisherige Notlösung, eine Hundepension auf Teneriffa, ist langfristig einfach zu klein und für Katzen gibt es dort überhaupt keinen Platz. Am 03.03.1995 ist es so weit, der Kaufvertrag für die Finca im Süden von Teneriffa wird unterschrieben.
Zu dem 12.000 m2 großen Grundstück gehört ein kleines Wohnhaus, ein paar Schuppen und Weinreben. Mit vielen fleißigen Helfern geht es jetzt Schlag auf Schlag: das Katzen- und das Hundehaus werden errichtet. Es ist ein verrücktes Jahr. Die Arche wächst schneller, als wir uns jemals hätten erträumen lassen.

1993

Aus dem Jahr 1993 bleibt uns vor allen Dingen eine Geschichte in Erinnerung: Die große Rettungsaktion der Hunde und Katzen von Santa Cruz. Zwei Tierheime inklusive einem Schrottplatz sollen abgerissen und alle Tiere dort getötet werden – insgesamt knapp 400 Hunde und Katzen! Alle halb verhungert, verwahrlost und teilweise mehr tot als lebendig. Wir gehen damit an die deutsche Presse. Danach klingelt unser Telefon ohne Unterbrechung! Viele wollen helfen. Durch den Druck der Medien erreichen wir einen Abriss-Stopp! Innerhalb der nächsten drei Monate gelingt es uns, alle Tiere nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz zu fliegen und dort zu vermitteln.

1992

Familie Lobüscher fliegt 2 x nach Teneriffa, um vor Ort zu helfen, während sie in Deutschland alles für die Vereinsgründung vorbereitet. Sie reinigt den Katzenfelsen San Telmo in Puerto de La Cruz und kastriert einige der dort lebenden Katzen. Auch die Katzenherberge La Rosaleda wird durch Ute und Elmar mit Geldspenden und Medikamenten unterstützt.
Am 14. Juli wird unser Verein offiziell beim Amtsgericht eingetragen. Durch unseren ersten Fernsehauftritt bei Claudia Ludwigs „Herrchen gesucht“ im hessischen Rundfunk nimmt unser Projekt Fahrt auf.

1991

Auch im Jahr 1991 kreisen die Gedanken der Familie Lobüscher nur um die Tiere auf Teneriffa. Auszug aus Utes Tagebuch: „Was können wir tun und wie können wir den Tieren auf Teneriffa helfen? Wir wollen etwas unternehmen, doch was und wie? Obwohl wir vom Tierschutz keine Ahnung haben, beschließen wir, gezielt zu helfen und einen Verein zu gründen.“

1990

Es ist das Jahr, in dem Alles begann. Ute und Elmar Lobüscher fliegen zum ersten Mal nach Teneriffa, um einen tollen Urlaub zu verbringen. Dieser Urlaub wird nicht nur ihr Leben komplett verändern, sondern auch das vieler Straßentiere. Ute hat ihre Eindrücke von damals in einem Tagebuch festgehalten, aus dem wir ein wenig zitieren möchten: „Auf der Mauer eines angrenzenden Grundstücks wimmelt es von großen und kleinen Katzen. Wir laufen hin und sofort kommen sie uns schreiend und winselnd entgegen. Fassungslos stehen wir vor abgemagerten Kreaturen. Diese armen, dürren, verhungerten Gestalten stehen vor uns und jammern. Sie betteln um Essen – doch wir haben nichts, aber auch gar nichts dabei! … Elmar kommt mit dem Katzenfutter an, acht Dosen Sheba. Als wir näherkommen, laufen sie bettelnd und miauend auf uns zu. Als Elmar die Tüte auspackt, ist der Teufel los. … Ich leere das Futter über die Mauer und mit lautem Geschrei stürzen sich fünfzehn Katzen auf die kleine Portion. Ein fürchterliches Gerangel entsteht. Sie beißen sich und kratzen – jede möchte einen Brocken abbekommen. Die Stärkeren gewinnen, die anderen laufen geknickt davon. Ich fühle mich erbärmlich und möchte mich irgendwo verkriechen, um zu heulen!“